Bakunin-Gedenkstein

Historischer Bakunin-Gedenkstein von 1926

Die Bakuninhütte wird 100 Jahre alt. Dieses Jubiläum macht einen Ort sichtbar, dessen Geschichte von Brüchen, Umnutzungen und Wiederaneignung geprägt ist – und der heute zugleich ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel inmitten geschützter Natur ist.

Ein kurzer Blick zurück

Errichtet 1926, war die Hütte ursprünglich ein Treffpunkt der anarchosyndikalistischen Arbeiter:innenbewegung – ein Ort gelebter Solidarität und Selbstorganisation. Mit 1933 wurde diese Geschichte gewaltsam beendet: Die Hütte wurde enteignet und im Nationalsozialismus für politisch gegensätzliche Zwecke missbraucht.

In der DDR folgten jahrzehntelange Umnutzungen, ebenfalls in Abkehr zur ursprünglichen politischen Bedeutung. Nach 1990 setzte Verfall ein, bis der Ort ab etwa 2006 wiederentdeckt und schrittweise reaktiviert wurde. Hier findest du Weiteres zur Geschichte der Bakuninhütte.

Denkmal und lebendiger Ort

Seit 2015 steht die Bakuninhütte unter Denkmalschutz. Ausschlaggebend ist ihre besondere historische Bedeutung: als seltenes materielles Zeugnis anarchosyndikalistischer Bewegungsgeschichte und als Ort mit hohem erinnerungskulturellem Wert.

Heute verbindet die Hütte diese Geschichte mit ihrer Lage in eine naturnahe Landschaft: Eingebettet in geschützte Biotope ist sie Ziel von Wanderungen und Ausflügen – und zugleich ein Ort historischer Vermittlung.

2026: Anlass zum Kennenlernen

Das Jubiläumsjahr bietet mehr Gelegenheiten, die Bakuninhütte vor Ort zu erleben. Führungen und Veranstaltungen ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang zur Geschichte – etwa im Rahmen geführter Wanderungen mit Einblicken in Natur und Historie des Ortes.

Ein Ort mit vielen Schichten

Die Bakuninhütte steht heute für ein Jahrhundert wechselvoller Geschichte: für politische Aufbrüche in eine freie Gesellschaft, gewaltsame autoritäre Umbrüche, lange Phasen der Überformung – und eine aktive Wiederaneignung in der Gegenwart.

Das Jubiläum ist daher weniger ein Rückblick als eine Einladung: diesen besonderen Ort selbst zu entdecken und wiederzubeleben.