Sozialrevolutionär, kollektivistischer Anarchist und Namensgeber der Bakuninhütte
Michail Bakunin, fotografiert von Nadar, 7. August 1862. Gemeinfrei. Quelle: Wikimedia Commons.Michail Alexandrowitsch Bakunin (1814–1876) gehört zu den bekanntesten Vertretern des freiheitlichen Sozialismus und zu den prägenden Gestalten des frühen Anarchismus. Er kämpfte gegen die zaristische Herrschaft, beteiligte sich an den Revolutionen von 1848 und 1849 und entwickelte die Vorstellung einer Gesellschaft, die sich ohne Staat, kapitalistische Ausbeutung und politische Bevormundung von unten organisiert.
Die nach ihm benannte Bakuninhütte entstand 1926 auf der Hohen Maas bei Meiningen. Ihre Gründer:innen verstanden den Namen nicht als bloße Ehrung einer historischen Persönlichkeit, sondern als Ausdruck ihres politischen Selbstverständnisses.
Was hat Bakunin mit der Bakuninhütte zu tun?
Bakunin selbst hat die Hohe Maas nie besucht. Die Verbindung zwischen ihm und der Hütte entstand erst fünf Jahrzehnte nach seinem Tod.
Die Erbauer:innen der Hütte kamen aus der organisierten Arbeiter:innenbewegung im Raum Meiningen. Viele von ihnen gehörten zur Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD), einer anarchosyndikalistischen Gewerkschaft. Die FAUD verband den gewerkschaftlichen Kampf um bessere Arbeitsbedingungen mit dem anarchistischen Ziel einer selbstverwalteten Gesellschaft ohne Kapitalismus und Staat.
Als die Mitglieder ihre erste Schutzhütte 1926 nach Bakunin benannten, brachten sie damit ihr politisches Selbstverständnis zum Ausdruck: Selbstorganisation, Solidarität, Bildung und gemeinschaftliches Handeln sollten nicht nur theoretisch gefordert, sondern praktisch gelebt werden.
Zu Bakunins 50. Todestag im Juli 1926 fertigten Steinmetze aus den eigenen Reihen zudem einen Gedenkstein mit seinen Lebensdaten an. Mit der beschrifteten Seite nach unten verborgen, überstand dieser die nationalsozialistische Herrschaft und die DDR-Zeit und wurde Anfang der 1990er Jahre auf dem Gelände wiederentdeckt.
Auch im historischen Hüttenbuch war Bakunin präsent. Auf den einleitenden Blättern wurde er als „unser Vorkämpfer“ bezeichnet; zudem nahm man Fritz Oerters Gedicht „Unser Bakunin“ auf, das ihn als Gegner von Gott, Staat und Herrschaft und als „Rebell der Welt“ würdigte. Andere Einträge griffen seine Ideen auf, ohne ihn ausdrücklich zu nennen – etwa in der Forderung, auf den Trümmern des Staates eine freie Gesellschaft aufzubauen und den „Geist der Autorität“ zu überwinden.

Bakunin-Grabstein in Bern; ©Wanderverein Bakuninhütte e.V.
Seit 2015 stehen die historische Hütte, das Grundstück und der Bakunin-Gedenkstein als Kulturdenkmal unter Schutz. Abgesehen von Bakunins Grabstätte auf dem Bremgartenfriedhof in Bern ist die Bakuninhütte nach heutigem Kenntnisstand der einzige dauerhafte Erinnerungsort im deutschsprachigen Raum, der Michail Bakunin namentlich und unmittelbar gewidmet ist. Zugleich wurde mit ihr erstmals in Deutschland ein Ort der anarchosyndikalistischen Bewegung offiziell als Kulturdenkmal anerkannt.
Die historische Bakuninhütte sollte ein Ort sein, an dem gemeinschaftliches Leben praktisch erfahren werden konnte: bei Wanderungen, Festen, Bildungsangeboten, politischen Diskussionen und gemeinsamer Arbeit. Erholung, Kultur und Politik gehörten dabei zusammen. Die Hütte war nicht nur ein abgelegener Rückzugsort, sondern ebenso Teil einer sozialen Bewegung.
Auch heute wird die Hütte von einem Verein getragen, gemeinschaftlich erhalten und als Ort politischer und historischer Bildung genutzt. Damit setzt sie nicht Bakunins gesamtes Denken unverändert fort. Sie greift jedoch Fragen auf, die mit seinem Namen verbunden bleiben: Wie können Menschen in größtmöglicher Selbstbestimmung zusammenarbeiten und zusammenleben? Wie lassen sich Freiheit und Solidarität verbinden? Wie kann gesellschaftliche Veränderung von unten entstehen? Und wie gehen wir mit den Widersprüchen jener Personen und Bewegungen um, auf die wir uns historisch beziehen?
Vom russischen Adligen zum Revolutionär
Bakunin wurde 1814 auf dem Familiengut Priamuchino im Russischen Kaiserreich geboren. Seine Familie gehörte zum Adel und verfügte über umfangreichen Landbesitz und Leibeigene. Auf Wunsch seiner Familie trat Bakunin 1828 in die Artillerieschule in St. Petersburg ein und wurde Offizier. Die militärische Disziplin und der Dienst widerstrebten ihm jedoch. 1835 gab er die vorgesehene Laufbahn gegen den Willen seines Vaters auf und ging nach Moskau, um sich philosophischen Studien zuzuwenden.
Dort beschäftigte er sich intensiv mit der deutschen Philosophie, insbesondere mit Hegel. 1838 veröffentlichte er eine Übersetzung von Hegels Gymnasialreden – eine der ersten, wahrscheinlich die erste veröffentlichte Übertragung eines Hegel-Textes ins Russische – und trug damit wesentlich zu dessen Verbreitung in Russland bei. 1840 ging er nach Berlin, später lebte er in Dresden, Zürich, Brüssel und Paris. In diesen Jahren wandte er sich zunehmend revolutionären und sozialistischen Ideen zu. Er lernte unter anderem Karl Marx und Pierre-Joseph Proudhon kennen und knüpfte Kontakte zu politischen Exilkreisen.
Die Revolutionen von 1848 und 1849 wurden zum entscheidenden Wendepunkt seines Lebens. Bakunin beteiligte sich an Aufständen in Prag und Dresden. Nach der Niederschlagung des Dresdner Maiaufstands wurde er verhaftet, zunächst in Sachsen und später in Österreich zum Tode verurteilt, jeweils begnadigt und schließlich an Russland ausgeliefert.
Es folgten Jahre der Haft in den Festungen Peter und Paul sowie Schlüsselburg. Danach wurde Bakunin nach Sibirien verbannt. 1861 gelang ihm eine spektakuläre Flucht über Japan und die Vereinigten Staaten nach Westeuropa. Von da an nahm er erneut an revolutionären Bewegungen teil und wurde zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten des europäischen Sozialismus.
Freiheit als gemeinschaftliche Freiheit
Im Mittelpunkt von Bakunins Denken stand die Freiheit. Darunter verstand er nicht die bloße Unabhängigkeit einzelner Menschen voneinander. Bakunin formulierte: „Nur dann bin ich wahrhaft frei, wenn alle Menschen, die mich umgeben, Männer und Frauen, ebenso frei sind wie ich.“ Die Freiheit anderer erschien ihm daher nicht als Einschränkung, sondern als Voraussetzung der eigenen Freiheit.
Diese Verbindung von individueller Freiheit und sozialer Gleichheit fasste Bakunin an anderer Stelle in einen viel zitierten Satz: „Freiheit ohne Sozialismus ist Privilegium und Ungerechtigkeit; Sozialismus ohne Freiheit ist Sklaverei und Brutalität.“ (Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus, 1867) Freiheit und Sozialismus waren für ihn demnach keine Gegensätze, sondern wechselseitige Voraussetzungen.
Bakunin wandte sich gegen alle Einrichtungen, die Menschen dauerhaft über andere stellten. Dazu zählte er den Staat, die Kirche, das Privateigentum an Produktionsmitteln und die Herrschaft einer gesellschaftlichen Klasse über eine andere. Einer politischen Revolution, die lediglich eine neue Regierung an die Stelle der alten setzte, misstraute er.
An die Stelle zentraler Herrschaft sollten freiwillige Zusammenschlüsse treten: selbstverwaltete Gemeinden, Betriebe, Arbeitervereinigungen und regionale Föderationen. Entscheidungen sollten möglichst dort getroffen werden, wo ihre Folgen unmittelbar spürbar waren. Gesellschaftliche Organisation dachte Bakunin von unten nach oben – nicht als Befehl einer Zentrale, sondern als Verbindung selbstständiger Gruppen.
Diese Vorstellungen wirkten später stark auf den Anarchosyndikalismus. Auch der heutige Bezug auf Bakunin verbindet sich häufig mit Prinzipien wie Selbstverwaltung, Solidarität, Föderalismus und basisdemokratischer Organisation.
Der Konflikt mit Karl Marx
Besonders bekannt wurde Bakunin durch seinen Konflikt mit Karl Marx innerhalb der Internationalen Arbeiterassoziation, der sogenannten Ersten Internationale. Beide wollten die kapitalistische Gesellschaft überwinden, unterschieden sich jedoch in wichtigen Fragen von Strategie und Organisation. Die spätere Gegenüberstellung von „Marxismus“ und „Anarchismus“ vereinfacht die damaligen Auseinandersetzungen allerdings stark: In der Internationale bestanden zahlreiche Strömungen, Bündnisse und Konfliktlinien, die sich nicht auf zwei geschlossene Lager reduzieren lassen.
Eine frühe grundlegende Kontroverse entzündete sich am Erbrecht. Bakunin und die mit ihm verbundene Allianz forderten dessen Abschaffung, um vererbte soziale Ungleichheit und die patriarchale Autorität innerhalb der Familie zurückzudrängen. Die von Marx geprägte Gegenposition sah dagegen im Privateigentum an Produktionsmitteln den entscheidenden Ansatzpunkt.
Später rückte die Frage der politischen Macht in den Mittelpunkt. Marx und seine Gefolgsleute hielten die politische Organisation der Arbeiterbewegung und die Eroberung staatlicher Macht für notwendig. Bakunin warnte dagegen, eine revolutionäre Regierung werde neue Bürokratien, Privilegien und Abhängigkeiten hervorbringen. Freiheit lasse sich seiner Auffassung nach nicht durch eine vorübergehende Diktatur vorbereiten.
Der Streit war zugleich von persönlichen Gegensätzen und innerorganisatorischen Machtkämpfen geprägt. Nach der von Marx und dem Londoner Generalrat geprägten Konferenz von 1871 wurden die Befugnisse des Generalrats erheblich erweitert. Bakunin und die mit ihm verbundenen antiautoritären beziehungsweise kollektivistischen Sektionen, besonders in der romanischen Schweiz, Spanien und Italien, lehnten diese Zentralisierung ab und erkannten die Beschlüsse vielfach nicht an. Auf dem Haager Kongress 1872 wurden Bakunin und weitere Kollektivisten schließlich ausgeschlossen. Damit war die Internationale als gemeinsames Dach der unterschiedlichen sozialrevolutionären Strömungen faktisch zerbrochen.
Revolution, Organisation und Widersprüche
Bakunin war kein systematischer Philosoph, der ein abgeschlossenes Lehrgebäude hinterließ. Viele seiner Schriften entstanden aus aktuellen politischen Auseinandersetzungen. Manche blieben unvollendet oder wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht.
Seine Stärke lag vor allem in der radikalen Kritik an Herrschaft und in seiner Fähigkeit, Menschen für revolutionäre Ideen zu gewinnen. Zugleich war sein politisches Handeln von Widersprüchen geprägt. Obwohl er Zentralismus und politische Eliten ablehnte, entwarf er zeitweise geheime revolutionäre Organisationen mit eigenen Leitungsstrukturen. Seine Neigung zu konspirativen Bündnissen steht deshalb in Spannung zu seinem Ideal einer offenen, selbstbestimmten Organisation.
Auch sein Verhältnis zur Gewalt lässt sich nicht auf eine einfache Formel bringen. Bakunin hielt Aufstände und revolutionäre Gewalt unter bestimmten Bedingungen für unvermeidlich. Zugleich warnte er davor, dass autoritäre Mittel das angestrebte Ziel beschädigen könnten. Sein oft zitierter Satz „Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schaffende Lust!“ hat wesentlich zu dem Bild Bakunins als Verfechter revolutionärer Gewalt beigetragen. Im ursprünglichen, junghegelianisch geprägten Aufsatz Die Reaction in Deutschland von 1842 bezeichnet „Zerstörung“ jedoch zunächst die Überwindung erstarrter politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse und ist nicht ohne Weiteres mit physischer Gewalt gegen Menschen gleichzusetzen. Spätere anarchistische Strömungen zogen aus Bakunins Revolutionsverständnis sehr unterschiedliche Konsequenzen – vom revolutionären Anarchismus bis hin zu anarchopazifistischen Positionen, die auch das politische Umfeld der historischen Bakuninhütte prägten.
Frauenemanzipation: fortschrittliche Forderungen und erkennbare Grenzen
Für seine Zeit formulierte Bakunin bemerkenswert weitreichende Forderungen zur Gleichstellung der Geschlechter. In seinem 1866 entstandenen Revolutionären Katechismus erklärte er Frauen und Männer für gleich an politischen und sozialen Rechten, Aufgaben und Pflichten. Eine freie Gesellschaft sollte allen Menschen denselben Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe ermöglichen.
Damit unterschied er sich deutlich von anderen einflussreichen Sozialisten des 19. Jahrhunderts. Pierre-Joseph Proudhon etwa vertrat ein ausgesprochen patriarchales Frauenbild und wollte Frauen weitgehend auf Haushalt und Familie beschränkt sehen.
Bakunins Position war dennoch nicht durchgehend feministisch im heutigen Sinne. Zwar befürwortete er die gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen, entwickelte aber kaum konkrete Vorstellungen dazu, wie patriarchale Machtverhältnisse, geschlechtsspezifische Abhängigkeiten oder die ungleiche Verteilung von Sorge- und Hausarbeit überwunden werden sollten. Konkrete Frauenkämpfe unterstützte er nicht immer konsequent. Seine Bemerkung, die „Frauenfrage“ müsse nicht in jede politische Auseinandersetzung hineingetragen werden, zeigt die Grenzen seines Verständnisses.
Gleichzeitig arbeitete Bakunin politisch mit Frauen zusammen, unter anderem mit russischen Studentinnen in Zürich. Auf dem Basler Kongress der Internationale von 1869 war Bakunin Delegierter der streikenden Lyoner Ovalistinnen, Arbeiterinnen aus der Seidenverarbeitung.
Auch sein Privatleben wich teilweise von den Konventionen seiner Zeit ab. Seine Frau Antonija führte über Jahre eine Beziehung mit dem italienischen Revolutionär Carlo Gambuzzi und bekam mit ihm drei Kinder. Bakunin erkannte die Kinder als Teil seiner Familie an und hielt an seinem Ideal fest, dass Frauen und Männer in einer freien Ehe persönliche Freiheit genießen müssten. Dieses Verhalten kann nicht alle Widersprüche seines Denkens auflösen, zeigt aber, dass seine Vorstellungen von Freiheit teilweise auch sein persönliches Leben beeinflussten.
Bakunin war somit weder ein ausgewiesener Vordenker des modernen Feminismus noch ein grundsätzlicher Gegner der Frauenemanzipation. In seiner Theorie finden sich für das 19. Jahrhundert fortschrittliche Forderungen, zugleich aber deutliche Leerstellen und patriarchale Begrenzungen. Eine heutige Auseinandersetzung mit ihm muss beides berücksichtigen.
Antisemitismus
Zu den schwerwiegendsten Widersprüchen in Bakunins Werk gehören seine antisemitischen Äußerungen. Vor allem in seinen Auseinandersetzungen mit Karl Marx und anderen politischen Gegnern griff er auf judenfeindliche Stereotype zurück. Er beschrieb Juden als besonders ausbeuterisch, schrieb ihnen eine beherrschende Rolle im Finanzwesen zu und entwarf das Bild einer grenzüberschreitend verbundenen „jüdischen Welt“, die sowohl den Kapitalismus als auch den Sozialismus kontrolliere. Damit bediente er eine klassische antisemitische Verschwörungserzählung.
Diese Aussagen lassen sich weder als bloße sprachliche Entgleisungen noch allein mit dem Zeitgeist erklären. Sie bildeten einen wiederkehrenden Bestandteil seines Denkens und stehen in offenem Widerspruch zu seinem Anspruch auf Freiheit, Gleichheit und die Überwindung von Herrschaft. Eine heutige Beschäftigung mit Bakunin muss diesen Antisemitismus deshalb klar benennen und zurückweisen. Gerade weil entsprechende Feindbilder und Verschwörungserzählungen bis heute fortwirken, darf die Auseinandersetzung mit seinen emanzipatorischen Impulsen nicht in unkritische Verehrung übergehen.
Bakunin heute lesen
Bakunin starb am 1. Juli 1876 in Bern. Seine Ideen beeinflussten anarchistische und anarchosyndikalistische Bewegungen in Europa, Lateinamerika und darüber hinaus. Spuren seines Denkens finden sich in der Geschichte der selbstverwalteten Arbeiter:innenbewegung, in Genossenschaften, freien Schulen, basisdemokratischen Gewerkschaften und anderen Versuchen, gesellschaftliche Alternativen praktisch zu erproben.
Dabei ist der moderne Anarchismus keine bloße Fortsetzung Bakunins. Spätere Denker:innen entwickelten seine Ideen weiter, widersprachen ihm oder korrigierten grundlegende Schwächen. Das gilt besonders für Fragen von Geschlecht, Antisemitismus, Gewalt und informeller Macht.
Bakunin bleibt deshalb interessant, weil sein Werk weder abgeschlossen noch widerspruchsfrei ist. Seine Kritik an Staat, Kapitalismus und revolutionärer Diktatur stellt bis heute unbequeme Fragen. Gleichzeitig macht seine Biografie deutlich, dass auch ein radikaler Anspruch auf Freiheit nicht davor schützt, selbst Vorurteile und Machtverhältnisse zu reproduzieren.
Für die Bakuninhütte ist sein Name daher kein Anlass zu unkritischer Verehrung. Er ist eine Einladung zur Auseinandersetzung: mit der Geschichte des Anarchismus, mit den Erfahrungen der Arbeiter:innenbewegung und mit der bis heute offenen Frage, wie ein freies und solidarisches Zusammenleben jenseits von Herrschaftsverhältnissen aussehen kann.
Weiterführende Informationen
Texte von Michail Bakunin
- Michail Bakunin: Die revolutionäre Frage. Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus, aus dem Französischen übersetzt von Michael Halfbrodt, hrsg. von Wolfgang Eckhardt, Münster 2000, 4. Aufl. 2025.
- Michail Bakunin: „Der Kampf gegen die Gesellschaft“, in: Otthein Rammstedt (Hrsg.): Anarchismus. Grundtexte zur Theorie und Praxis der Gewalt, Köln/Opladen: Westdeutscher Verlag 1969, S. 44–58. DOI: 10.1007/978-3-322-96246-1_3.
- Jules Elysard [Michail Bakunin]: „Die Reaction in Deutschland. Ein Fragment von einem Franzosen“, in: Deutsche Jahrbücher für Wissenschaft und Kunst, Jg. 5, Nr. 247–251, Leipzig 1842, Sp. 985–1002. Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek.
- Michail Bakunin: „Revolutionärer Katechismus“, in: Rainer Beer (Hrsg.): Philosophie der Tat. Auswahl aus seinem Werk, Köln: Jakob Hegner 1968, S. 339–347. Online-Leseausgabe bei anarchismus.at.
- Michail Bakunin: Staatlichkeit und Anarchie und andere Schriften, hrsg. und eingeleitet von Horst Stuke, Frankfurt am Main/Berlin/Wien: Ullstein 1972.
- Michail Bakunin: Ausgewählte Schriften, Bd. 1: Gott und der Staat, hrsg. von Wolfgang Eckhardt, 6. Aufl., Berlin: Karin Kramer 2011, ISBN 978-3-87956-222-0.
Bakunin, Marx und die Erste Internationale
- Wolfgang Eckhardt: The First Socialist Schism. Bakunin vs. Marx in the International Working Men’s Association, Oakland: PM Press 2016, ISBN 978-1-62963-042-7.
- Wolfgang Eckhardt: „Bakunin und Marx in der Ersten Internationale. Zerstörung oder Eroberung der politischen Macht?“, in: Philippe Kellermann (Hrsg.): Begegnungen feindlicher Brüder, Münster: Unrast 2011, ISBN 978-3-89771-505-9.
- Antje Schrupp: „Weder Marxistinnen noch Anarchistinnen. Die ‚Frauenfrage‘ und der Sozialismus im 19. Jahrhundert“, in: Philippe Kellermann (Hrsg.): Begegnungen feindlicher Brüder, Münster: Unrast 2011, S. 49–67.
Geschlecht und Feminismus
- Silke Lohschelder, Liane M. Dubowy und Inés Gutschmidt: AnarchaFeminismus. Auf den Spuren einer Utopie, 2. Aufl., Münster: Unrast 2009, ISBN 978-3-89771-200-3.
- Antje Schrupp: Nicht Marxistin und auch nicht Anarchistin. Frauen in der Ersten Internationale, Königstein im Taunus: Ulrike Helmer Verlag 1999, ISBN 3-89741-022-2. Bibliotheksnachweis.
- Johanna Demory und Bernd Drücke: „Die Liebe der Frauen zur Freiheit. Anarchismus und Feminismus“, Gespräch mit Antje Schrupp, in: Graswurzelrevolution, Nr. 379, Mai 2013.
Antisemitismus
- Jürgen Mümken und Siegbert Wolf (Hrsg.): „Antisemit, das geht nicht unter Menschen“. Anarchistische Positionen zu Antisemitismus, Zionismus und Israel, Bd. 1: Von Proudhon bis zur Staatsgründung, Lich: Edition AV 2013, ISBN 978-3-86841-088-4.
- Jürgen Mümken und Siegbert Wolf (Hrsg.): „Antisemit, das geht nicht unter Menschen“, Bd. 2: Von der Staatsgründung bis heute, Lich: Edition AV 2014.
Weiterführende Darstellungen
- Bernd Kramer und Wolfgang Eckhardt (Hrsg.): Bakunin Almanach, Bd. 1, Berlin: Karin Kramer 2007, ISBN 978-3-87956-320-3. Bakunin-Portal.
- Peter Marshall: Demanding the Impossible. A History of Anarchism, Oakland: PM Press 2009, ISBN 978-1-60486-064-1.
- Ruth Kinna: The Government of No One. The Theory and Practice of Anarchism, London: Pelican 2019/2020, ISBN 978-0-141-98466-7.
- Daniel Guérin: Anarchismus. Begriff und Praxis, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1967, ISBN 978-3-518-10240-4.
- „Michail Alexandrowitsch Bakunin“, in: Wikipedia.
Weitere Medien
- Rolf Cantzen: „Anarchismus – Wo Michail Bakunins Ideen lebendig sind“, Hörfunkfeature in der Reihe Das Wissen, SWR Kultur 2026. Beitrag beim SWR Kultur.
- Hans Magnus Enzensberger: „Die Bakunin-Kassette. Eine Fälschung“, Originalhörspiel, Regie: Manfred Marchfelder, Produktion: WDR/SR 1977, Erstsendung am 13. Februar 1978 auf WDR 3, ca. 55 Minuten. Hörspiel bei Deutschlandfunk Kultur · Eintrag in der ARD-Hörspieldatenbank.

